Architekturzentrum Wien  
 

 
 
Architektenlexikon Wien 1770 - 1945
Geschichte der Akademie der bildenden Künste Wien

1692
Gründung der Akademie auf Initiative Peter Strudels (1660–1714) nach dem Vorbild der „Accademia di San Luca“ (1593) und der Pariser „Académie Royale“ (1648).

1714
Mit dem Tod Peter Strudels endet die Tätigkeit der Akademie bis auf weiteres.

1726
Am 20. Jänner bestellt Kaiser Karl VI den Franzosen Jacob van Schuppen zum neuen Präfekten und Direktor der Akademie. Die Aufgaben werden nach den Statuten der Pariser Akademie festgelegt: Pflege und Lehre der Malerei, Bildhauerei, Architektur und Kupferstecherkunst.

1726–1742
Das Wachstum der Akademie bedingt die räumliche Ausdehnung auf verschiedene Quartiere.

1751
Statut Maria Theresias: Die Leitung obliegt dem Protektor, das Personal besteht aus Rektor, Assessoren, Sekretär und Professoren. Einrichtung eines Archivs.

1766
Jakob Mathias Schmutzer erhält von Kaiserin Maria Theresia die Genehmigung für eine Kupferstecherakademie, die in der Folge in offene Konkurrenz zur alten Hofakademie tritt.

1767
Verleihung der ersten Ehrenmitgliedschaften an die Erzherzoginnen Charlotte Karoline und Maria Anna.

1772
Neue Organisationsstruktur: auf Betreiben des Protektors Kaunitz werden alle bestehenden Kunstlehranstalten zur „k.k. vereinigten Akademie der bildenden Künste“ zusammengeschlossen.

1786
Übersiedlung der Akademie in das St. Anna-Gebäude, Wien 1, Annagasse 3.

1800
Ein neues Statut besagt, dass die Akademie nunmehr sowohl Kunstschule als auch Kunstgesellschaft ist. An die Stelle des Rektors tritt der Präses, der dem kaiserlichen Kurator unterstellt ist.

1812
Neue Bezeichnung „Akademie der vereinigten bildenden Künste“. Die Akademie ist nun auch die höchste Kunstbehörde.

1848
Einschränkung der Akademie auf den Lehrbetrieb. Gründung des vorgesetzten k.k. Ministeriums für Unterricht.

1865
Nach einem neuen Statut ernennt der Kaiser die Professoren; Sitzungsprotokolle sind vorzulegen; an der Spitze steht ein Präsident (gewählt auf jeweils drei Jahre).

1871
Genehmigung zum Neubau der Akademie in Verbindung mit dem Bau der Ringstraße. Nach den Plänen von Theophil Hansen (1813–1891, Leiter einer Spezialschule für Architektur an der Akademie) wird mit einem finanziellen Aufwand von 1.200.000 Gulden der Neubau auf dem Kalkmarkt (heute Schillerplatz) begonnen. Die Bauarbeiten dauern bis 1876.

1872
Jubiläumsstatut von Kaiser Franz Joseph I: Trennung zwischen Kunstbehörde und Ausbildungsstätte, Leitung durch Rektor und Professorenkollegium.

1877
Am 1. April findet die feierliche Eröffnung der k.k. Akademie der bildenden Künste in Wien statt. Historische Kunstausstellung mit ausgewählten Werken aus der Zeit der Gründung bis zur Gegenwart.

1920
Das Staatsamt genehmigt die Zulassung von Frauen und Mädchen zum Akademiestudium ab Wintersemester 1920/21.

1938
Der Unterricht wird nur für einige Tage unterbrochen, die Autonomie geht jedoch verloren.

1939–1944
Beträchtliche Einschränkungen im Unterrichtsbetrieb.

1944
Die Akademie wird der Philosophischen Fakultät unter der Leitung von Alexander Popp unterstellt.

1945
Am 19. April übernimmt Herbert Boeckl die Geschäfte des Rektors, am 23. April beginnt in bescheidenem Ausmaß wieder der Unterricht.

1955
Neue gesetzliche Grundlage in Form des Akademieorganisationsgesetzes, die Selbständigkeit der Akademie wird erneut bestätigt, die Meisterschulen werden durch eine Reihe von Instituten ergänzt.

1988
Als letzte österreichische Hochschule erhält die Akademie unter Beibehaltung des Meisterschulprinzips und des traditionsreichen Namens eine Organisationsform, die Professoren, übrigen Hochschullehrern und Studenten eine gemeinsame Verantwortung überträgt.

1992
Als älteste Kunsthochschule Mitteleuropas feiert die Akademie ihr 300-jähriges Jubiläum.

1996
Das Atelierhaus (ehemals Bundestheater-Dekorationsdepot, erbaut 1874–1877 nach Plänen von Gottfried Semper und Karl Hasenauer) wird nach seiner Revitalisierung durch Carl Pruscha von den MeisterInnenschulen für Malerei und für Bühnengestaltung bezogen, das Atelier für Neue Medien und die Glyptothek werden eingerichtet.

1998
Mit 1. Oktober wird die Akademie der bildenden Künste Wien unter Beibehaltung ihres Namens zur Universität. Anpassung an das neue Organisationsrecht (KUOG). Schrittweise werden die notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung des neuen Organisations- und Studienrechts gesetzt.


Literatur
W. Wagner: Die Geschichte der Akademie der bildenden Künste in Wien. Wien 1967
H. Seiger/U. Forsthuber (Hrsg.): Im Reich der Kunst. Die Wiener Akademie der bildenden Künste und die faschistische Kunstpolitik. Wien 1990

Autor: Andreas Nierhaus


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- Akademie der bildenden Künste Wien
- Technische Universität Wien
- Staatsgewerbeschule
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