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Ausstellung

Wir Häuslbauer

Bauen in Österreich seit 1945

Mi 10.06.1998 – Mo 10.08.1998
Ausstellungsplakat

Ausstellungsplakat: Wir Häuslbauer
© Architekturzentrum Wien, Foto: Margherita Spiluttini, Grafik: Krieger|Sztatecsny, Büro für visuelle Gestaltung

Eröffnung: Dienstag, 09. Juni 1998, 19:00 Uhr

Mit der Ausstellung „Wir Häuslbauer – Bauen in Österreich“ widmet sich das Architekturzentrum Wien der grössten Bauaufgabe des Landes: dem Einfamilienhaus.

Zu einem Zeitpunkt, da sich ein immer deutlicherer Bruch in der Bautradition dieses Landes abzeichnet – Häuser der Nachkriegszeit werden immer häufiger vererbt, umgebaut oder auf den Markt gebracht – soll eine Baugeschichte verfolgt werden, die bisher kaum bewusst wahrgenommen worden ist.

In Portraits, Biographien und Dokumentationen kommen ,,Wir Häuslbauer“ aus allen Dekaden selbst zu Wort, erzählen unsere Haus-Geschichten und geben unsere Erfahrungen an künftige Häuslbauer weiter.

Aus diesem individuellen und subjektiven Aspekt des Bauens und des Wohnens im Zentrum der Präsentation werden die verschiedenen Positionen eines Diskurses entwickelt. Soziale und ökonomische Veränderungen als formende Kräfte werden genauso aufgezeigt wie die Veränderung regionaler Bauformen oder verwendeter Baumaterialien, wie Fragen des Landschafts- und Ortsbildschutzes oder von Zersiedelung und Verkehr, das Für und Wider von Formvorschriften, Raumplanerische Massnahmen, etc.; also alte, neue und auch immergleiche Probleme des Häuslbauens, ihre Lösungen und vieles mehr.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Pressetext

Zwei Teile werden ein Ganzes
Mit der Ausstellung „Wir Häuslbauer – Bauen in Österreich“ widmet sich das Architekturzentrum Wien der grössten Bauaufgabe des Landes: dem Einfamilienhaus.

Stand im ersten Teil zu diesem Thema unter dem Titel ,,Standardhäuser“ im Sommer des vergangenen Jahres das Objekt ,,(Fertigteil)Haus“ und seine serielle und industrielle Ausführung im Mittelpunkt, so gilt die Aufmerksamkeit jetzt dem Subjekt, dem „Häuslbauer“ und der individuellen Verwirklichung des „Traums vom Haus“ seit dem Ende des Krieges.

Zu einem Zeitpunkt, da sich ein immer deutlicherer Bruch in der 50jährigen Bautradition dieses Landes abzeichnet – die ersten Häuser der Nachkriegszeit werden entweder vererbt, umgebaut oder auf den Markt gebracht – soll eine Baugeschichte verfolgt werden, die bisher kaum bewusst wahrgenommen worden ist.

Mit dieser Auseinandersetzung erschliesst das Architekturzentrum Wien, entlang seiner Aufgaben der Vermittlung und Kommunikation zeitgenössischer Architektur, eines der vernachlässigten Themen österreichischer Baukultur der architektonischen Debatte. Darüber hinaus eröffnet sich die Möglichkeit der Reflexion dieser bei 80% der Österreicherinnen und Österreicher beliebtesten Wohnform für die betroffenen Häuslbauer der Vergangenheit und Gegenwart selbst, genauso wie für jene, deren Traum bis jetzt noch unerfüllt geblieben ist.

Subjektiver Blickwinkel
Der Totalität des Themas und dem Mangel an umfassenden Untersuchungen dazu, trägt das Architekturzentrum Wien bereits mit einer ungewöhnlichen Form der Vorbereitung der Ausstellung Rechnung.

So wurde unter dem Titel „Heimreise“ eine fünftägige ,,Expedition“ durch alle Bundesländer Österreichs unternommen. Architekten, Architekturtheoretiker, Raumplaner, Historiker, Journalisten und Künstler haben existierende Thesen zum Thema Einfamilienhaus in Österreich vor Ort kritisch überprüft und in Gesprächen mit Häuslbauerfamilien genauso wie mit Finanzierungsexperten, Baumeistern, Volkskundlern, Bürgermeistern, Fremdenverkehrsexperten, Küchendesignern und vielen mehr eine Bestandaufnahme des Phänomens für Katalog und Ausstellung festgehalten.

An-Sichten und Ein-Sichten
Gezeigt werden vor allem in Eigenregie von Häuslbauern errichtete Einfamilienhäuser sowie einzelne exemplarische Siedlungen aus ganz Österreich seit 1945. Häuser mit ihrer Umgebung, ihren Grundrissen, ihrem Innen und Aussen, mit ihren Entstehungsgeschichten, den Geschichten ihrer Bewohnerinnen und Bewohner.

Anhand von Fallbeispielen wird die Veränderung der Rahmenbedingungen des Häuslbauens in den vergangenen Jahrzehnten bis heute dargestellt: vom geordneten Siedeln in Nachbarschaften zum Nebeneinanderhausen der Einzelnen in ihren Eigenheimen; soziale und ökonomische Veränderungen werden als formende Kräfte genauso aufgezeigt wie die Veränderung regionaler Bauformen oder verwendeter Baumaterialien. Angesprochen werden Fragen des Landschafts- und Ortsbildschutzes, Fragen von Zersiedelung und Verkehr, Formvorschriften, Raumplanung; also alte, neue und auch immer gleiche Probleme des Häuslbauens, ihre Lösungen und vieles mehr.

In der Ausstellung kommen Häuslbauer aus allen Dekaden selbst zu Wort, erzählen ihre Haus-Geschichten und geben ihre Erfahrungen an künftige Häuslbauer weiter. Der individuelle und subjektive Aspekt des Bauens und des Wohnens wird in Portraits, Biographien und Dokumentationen konkreter Häuslbauerinnen und Häuslbauer ins Zentrum der Präsentation gerückt, von denen aus verschiedenen Positionen eines Diskurses entwickelt werden können.

Die Ausstellung erschliesst sich dem Besucher sowohl auf einer Zeitebene, die den Zeitraum 1945 bis Ende der 90er Jahre umfasst, als auch in einer thematischen Gliederung die phänomenologische, stilgeschichtliche, kulturgeschichtliche, politisch-ideologische und historische Aspekte umfasst.

Diese Ausstellung wird realisiert mit der Unterstützung von:
Wüstenrot
Wiener Städtische Versicherung
Stelrad
Zumtobel Staff
BKA Sektion Kunst
Stadtplanung Wien
Wien Kultur
Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung