Exkursion
Kunst als Architektur
50 Jahre Wotruba-Kirche

Fritz Wotruba, Fritz Gerhard Mayr: Kirche zur Hl. Dreifaltigkeit, 1976
© Architekturzentrum Wien, Sammlung, Foto: Margherita Spiluttini, 1982
Ein halbes Jahrhundert nach ihrer Einweihung zählt die Kirche zur Heiligsten Dreifaltigkeit am Georgenberg nach wie vor zu den außergewöhnlichsten Sakralbauten Wiens. Der einst heftig umstrittene Bau ist heute ein etabliertes Kulturdenkmal und regt zum Nachdenken über grundlegende Gestaltungsfragen der Architektur an.
Als Ausgangspunkt für den Kirchenbau diente der künstlerische Entwurf von Fritz Wotruba. In enger Zusammenarbeit mit diesem übersetzte Fritz Gerhard Mayr die Vision des weltberühmten Bildhauers in eine Architektur aus 152 unregelmäßig angeordneten Betonblöcken. Aufgrund der ungewöhnlichen Volumina und besonderer Anforderungen an die Oberflächenbeschaffenheit des Betons entpuppte sich die Baustelle als höchst kompliziert. Erschwerend kam hinzu, dass Fritz Wotruba überraschend vor Fertigstellung der Kirche verstarb – er jedoch die endgültige Gestaltung der Fenster und des Eingangs erst im Laufe des Baufortschritts bestimmen wollte. Dies sowie weitere künstlerische Entscheidungen zur Kirchenausstattung hinterließen zahlreiche offene Fragen, die Einblicke in den Schaffungsprozess von Kunst und Architektur geben.
Mit:
Sonja Pisarik, Az W; Gabriele Stöger-Spevak, Belvedere, Wien, Nachlass Fritz Wotruba
Moderation:
Suzanne Kříženecký, Az W