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Vortrag

Fläche im Raum

Der städtische Platz

Di 22.01.2002, 18:00-23:59

Fläche im Raum

Eine Vortragsreihe in Zusammenarbeit mit den Ebenseer Betonwerken und Zement + Beton.

„Fläche im Raum“ präsentiert an vier Abenden aktuelle realisierte oder geplante Projekte internationaler Architekten zur Gestaltung zeitgenössischen öffentlichen Raums verschiedener europäischer Städte und Regionen. Planerische Strategien und Entwürfe bezüglich Stadtraum, Landschaft und Garten, von dörflichem und kleinstädtischem Raum sowie der Peripherie urbaner Zonen bilden Schwerpunkte der Vortragsreihe.

Der städtische Platz

„Der städtische Platz“ stellt Problematiken und Situationen öffentlichen städtischen Lebens vor, die Stadtplaner, Architekten und Benützer gleichermassen herausfordern: sich mit städtischem Raum als Träger von Geschichte auseinanderzusetzen und als Ort der kritischen Erinnerung zu formulieren, Stadt als mehrwertigen Raum der Identifikation und Aneignung anzubieten, historische Plätze als städtischen Erholungsraum und vitalen Begegnungsort zu restrukturieren, in von Verkehr zergliederte Erscheinungsbilder von Platz- und Strassenkonglomerate einzugreifen, um visuelle Kohärenz und räumliche Orientierung anzubieten.

Die ausgewählten stadträumlichen Entwürfe beziehen sich auf die alltäglichen, geschichtlichen und infrastrukturellen Besonderheiten der jeweiligen Plätze mit ephemeren und auf den ersten Blick unbaulichen Maßnahmen.

Begrüßung

Dietmar Steiner, Direktor, Architekturzentrum Wien
Ernst Roubin, Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie
Wolfgang Rieder, Ebenseer

Vorträge

Plätze in Wien, Stadtrat Rudolf Schicker, Wien

Schwarzenbergplatz, Wien, Alfredo Arribas, Barcelona
Der Entwurf für das gestalterische Gesamtkonzept für den Wiener Schwarzenbergplatz von Alfredo Arribas greift kaum in die bestehende Infrastruktur ein, sondern betont mit einem differenziertem Lichtsystem in großem Maßstab (der Platz wirkt in der Nacht aus der Vogelperspektive wie eine Landebahn) die axiale Ausrichtung des Schwarzenbergplatzes. Das Konzept ist gekennzeichnet durch wenige Farb- und Texturelemente und die Schaffung einer reduzierten und zugleich leitenden Struktur, etwa durch das Aneinanderfügen unterschiedlicher Beton- und Asphaltflächen.

Place des Terraux, Lyon, Christian Drevet, Lyon
„alles verändern ohne etwas zu berühren“ unter dieser Prämisse hat der französische Architekt Christian Drevet die Gestaltung des historischen „Place des Terraux“, eines der Hauptplätze in Lyon, gestellt. Mit wenigen Eingriffen (Beleuchtung und Wasserfontänen) und der sensiblen Materialwahl (Granit und Guss-Aluminium-Gitter) gelang es, die historische Bedeutung des zentralen Platzes in einen zeitgenössischen Kontext zu stellen, klar zu gliedern und mit Lebendigkeit zu füllen.

Tiroler Landhausplatz, Innsbruck, Riccione Architekten, Innsbruck
Hier findet Platzgestaltung ohne bauliche Mittel statt, mit zeichenhaften Interventionen wird dem Landhausplatz eine neue, auf Spuren der Vergangenheit in der Stadt verweisende, Identität verliehen. Gegenstand der Arbeit ist das „Arbeitserziehungslager Reichenau“, das es während der Nazizeit in Innsbruck gegeben hat. Die Lager werden in Form von abstrakten Linien in die Jetztzeit projiziert, durch die Verlagerung des Standpunktes wird die Erinnerung geschärft, die Konturen der Lager werden sichtbar. Der öffentliche Raum wird zur Bühne gegen das Vergessen.

Moderation: Boris Podrecca