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Vortrag

Fläche im Raum

Bild / Technologie

Mi 14.05.2003, 19:00-21:00

Fläche im Raum

Eine Vortragsreihe des Architekturzentrum Wien in Zusammenarbeit mit Zement + Beton und der ARGE Fläche.

Nach einer räumlich typologischen Differenzierung öffentlichen Raums im vergangenen Jahr wird die Vortragsreihe Fläche im Raum 2003 Schwerpunkte auf Konzepte, Produktionsstrategien und Rezeptionsweisen zeitgenössischer Landschaft setzen.

Die aus der Praxis des Landschaftsdesigns der letzten zwanzig Jahre hervorgegangenen Orte zeichnen Landschaft in vieldeutiger Gestalt und als in sich widersprüchliche Konstruktionsprozesse am Zwischen-Ort der abgelösten Dualität des Ländlich-Urbanen.
Die Begriffe Gedächtnis / Identifikation, Integration / Szenographie, Bild / Technologie dienen als Leitmotive für die Vortragsreihe, um aktuelle Erfahrung und Bearbeitung von Landschaft, ihre symbolischen, bildhaften Repertoires, ihre ‚unsichtbaren‘ sozialen und kulturellen Funktionen sowie technologische und mediale Durchwirkungen des Naturhaften zu diskutieren.

„Landschaftsarchitektur hat sich bis jetzt nur ungern mit der Ästhetik von Technologie beschäftigt und sich zu einem Berufsstand entwickelt, der auf der Romantisierung der Vergangenheit basiert. Aber zu unserem eigenen Besten müssen wir lernen unsere Landschaften ohne Sentimentalität zu sehen.“ Martha Schwartz

„Der Grund, warum die dem Pittoresken innewohnende mögliche Dialektik zusammenbrach, war, dass Naturabläufe wie so viele andere Kategorien isoliert betrachtet wurden. Sie wurden abgehoben von ihrer physikalischen Grundlage und schließlich durch Vorstellungen eines fertigen absoluten Ideals ersetzt.“
Robert Smithson

Begrüßung

Dietmar Steiner, Direktor Architekturzentrum Wien
Karl Weissenböck, Sprecher der ARGE Fläche
Felix Friembichler, Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie

Vortrag Michel Desvigne (Desvigne & Dalnoky), Paris

Greenwich Peninsula Park, London, 1998 – 2000
Der Lauf der Themse bildet eine Halbinsel auf der sich in den letzten Jahrzehnten eine rege Industrietätigkeit gebildet hat. Aufgrund der Millenium – Feierlichkeiten entstand dort eine neue Bauinitiative. Die mittlerweile erloschenen Industrieaktivitäten haben auf dem Gebiet einen stark verseuchten Boden hinterlassen. Dieser wurde bis zu 2 Meter Tiefe abgetragen und ersetzt. Es entstand somit eine Art tabula rasa, auf der das Projekt konzipiert wurde. Boden abzugraben ist ein ‚unüblicher und beunruhigender Akt‘, der jegliches Vorleben eines Ortes löscht und somit laut Michel Desvigne den Wiederaufbau mit herkömmlichen Mitteln der Landschaftsgestaltung verhindert. In der Tat konnte man im Greenwich Peninsula Park nicht mehr auf die neo-archäologischen Bezüge, die üblichen Bilder des Projektes des öffentlichen Park zurückgreifen, die auf einem restaurierten Boden die historischen und inzwischen verlorengegangenen Zeichen wiederherstellen: Seen, Themengärten und Monumente.

Vortrag Olivier Philippe (Agence Ter), Paris

Agence Ter, Französisch Guyana, Cayenne, seit 1994
Im französischen Übersee-Department Guyane beauftragten mehrere Sozialwohnungsbaugesellschaften zu Beginn der 90 er Jahre das Büro Agence Ter, eine Studie zur Stadtentwicklung von Cayenne und Umgebung zu erarbeiten. Agence Ter schlugen einen topografischen Städtebau vor. Er soll die vorhandene Geografie respektieren und das Wasser an den Anfang der Landschaftsentwicklung stellen. Diese Methode würde das Muster, das durch Speichern, Fließen und Ableiten des Regenwassers auf der Insel entstanden ist, zum Gestaltungsprinzip der Landschaft und des öffentlichen Raumes erheben. Das Gebiet des ehemaligen Meeresarmes ‚crique fouillee‘ erhielte damit eine völlig neue Rolle: Aus dem verwahrlosten Niemandsland zwischen drei Gemeinden würde eine Kraftlinie, die Einheit stiftet.

Moderation: Maria Auböck, Landschaftsarchitektin