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Seminar

7. Wiener Architekturseminar

"Der Gürtel: city space - traffic zone"

Sa 17.08.1996 – So 08.09.1996

Eröffnung: 17.August 1996, 19:00 Uhr

Projektgruppen mit:

– Max Dudler, Berlin
– Carlos Gomez de Llarena, Caracas
– Adolf Krischanitz, Wien
– Jan-Willem Neutelings, Rotterdam
– Richard Plunz, New York

Die Themen der bisherigen Architektur Seminare beschäftigten sich durchwegs mit allgemeinen urbanen Situationen und Problemen, wobei verschiedene Orte in Wien gewählt und von den Seminargruppen bearbeitet wurden.

Dieses Jahr wird nun erstmals Ort und Thema vereint: „Der Wiener Gürtel“. Ende des 19 Jhd. von Otto Wagner als Wiener Stadtbahnlinie mit insgesamt 30 Stationen geplant und als repräsentativer Boulevard mit Alleen nach dem Vorbild der Wiener Ringstrasse konzipiert, hat sich der Gürtel unter weitgehendem Verlust seiner potentiellen Funktionen als Grün- und Freiraum zu einem reinen Verkehrsband entwickelt.

Die 4-spurigen Fahrbahnen, die beidseitig der Stadtbahntrasse angelegt sind, stellen eine immense Verkehrs-, Lärm-, und Umweltbelastung dar. Die Erwartungen, eine attraktive Wohngegend zu schaffen, wurden nie erfüllt. Das heutige Stadtbild ist geprägt von sozialer Desintegration, einem hohen Ausländeranteil und steigender Arbeitslosigkeit. Auch die grossteils gründerzeitliche Randbebauung hat vielfach Substandard-Charakter erreicht. Das Absinken der Wohnqualität, die geringe Kaufkraft der Anrainer sowie das Aufleben der Prostituiertenszene haben zu einer starken Abwanderung von Geschäften und Betrieben geführt.

1984 versuchte eine „Gürtelkommission“ Lösungen zur Stadterneuerung und Verkehrsproblematik zu finden, wobei die darin erarbeiteten Konzepte flächendeckender Interventionen nicht zuletzt an der Kostenfrage scheiterten. Ein realistischeres „Szenario“ versucht nun das Projekt GÜRTEL PLUS – mitfinanziert von der Europäischen Union, wo der intelligente Einsatz der begrenzt vorhandenen Ressourcen Ausgangspunkt aller Projekte ist.

Das Seminar soll nun, dieses Ziel vor Augen, von einer Analyse des Gürtels, über Reflexionen zur Infrastruktur, bis hin zu Neudefinitionen von Gürtelteilbereichen den Versuch unternehmen, die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer in die Planung miteinzubeziehen und durch Grün- und Freiräume, öffentliche Einrichtungen, Über- und Unterbauungen, etc. den Gürtel planerisch zu „durchbrechen“. Räumlich – städtebauliche Bilder, sowie soziale und kulturelle Gestaltungsmöglichkeiten sollten erarbeitet und präsentiert werden.

Die Studentenarbeiten sowie eine intensive Recherche über den Gürtel, seine Geschichte, seine Aufgabe und seine mögliche Zukunft, werden direkt am Ende des Seminars in einer Ausstellung präsentiert, die gemeinsam mit den Studenten konzipiert wird. Die wöchentlich stattfindenden Korrekturen werden mit Vorträgen und Diskussionen von nationalen und internationalen Experten begleitet, die entweder mit der Gürtelthematik direkt vertraut sind bzw. auf internationaler Ebene vergleichbare Erfahrungen aufweisen.