Presse

Das Terrassenhaus. Ein Wiener Fetisch?

19.10.2017–08.01.2018 | Az W | Galerie

Hohes Haus mit Terrassen unten

Harry Glück & Partner, Kurt Hlaweniczka, Franz Requat und Thomas Reinthaller, Wohnpark Alterlaa, 1973-1985, 1230 Wien, Anton-Baumgartner-Straße 44
Bild: Architekturzentrum Wien, Sammlung, Margherita Spiluttini

Der Typus des Terrassenhauses ist aktueller denn je. Das neue Ausstellungsformat „SammlungsLab“ bietet die Gelegenheit, das Konzept im Hinblick auf das heutige Wohnbaugeschehen zu befragen.

Seit dem Entwurf des Terrassenhauses von Adolf Loos 1923 gilt dieser Typus in Wien als innovative städtische Wohnform. Im ersten SammlungsLab wird den Entwicklungsphasen und der Bedeutung des Terrassenhauses von damals bis heute nachgegangen. Das Terrassenhaus verspricht die Erfüllung der Ansprüche der Nutzer*innen nach Naturnähe in Verbindung mit urbaner Dichte. Andererseits eröffnet es den Architekt*innen formale Möglichkeiten für „Neuinterpretationen“ des geschlossenen Wohnblocks.

Die Ausstellung basiert auf der These, dass das Terrassenhaus doppelbödig einerseits als Konzeptidee und andererseits als konkrete Bauform zu verstehen ist. Im Dialog mit den Sammlungsbeständen wird das Thema in vier Kapiteln anhand von historischen und zeitgenössischen Beispielen beleuchtet und die heftig geführten Debatten zwischen Ablehnung und Fetischierung sichtbar gemacht. Den Mittelpunkt der Ausstellung bilden fünf Wiener Terrassenhäuser als großformatige Assemblage, welche die Glyptothek des 19. Jahrhunderts re-interpretiert und ins Heute transformiert.

Kuratiert und gestaltet von Lorenzo De Chiffre, TU Wien in Zusammenarbeit mit Monika Platzer, Az W.