Architekt*innenlexikon

Forschungs­ergebnisse

Primäre Forschungsergebnisse

Durch die intensiven und weitreichenden Recherchearbeiten war es möglich, wichtige Forschungslücken zu schließen sowie grundlegende Daten für vertiefende Analysen bzw. weiterführende Forschungen verfügbar zu machen.

Insgesamt rund ein Drittel der im Lexikon aufgenommenen Architekt*innen wurden erstmals dokumentiert, darunter solche, die zu Lebzeiten sehr erfolgreich tätig waren und deren Werke auch heute noch für das Stadtbild Wiens von Bedeutung sind.

Erstmals sind Architekt*innen, die in zeitgenössischen Lexika bzw. Nachschlagewerken, aber auch in neueren Lexika mit äußerst mangelhaften Informationen dokumentiert sind, mit vollständigen Daten erfasst. Falsche Zuschreibungen konnten ebenso geklärt werden wie diverse Missverständnisse, die etwa durch Namensgleichheiten oder Verwechslungen entstanden sind. Falsche bzw. in den diversen Quellen unterschiedlich angegebene Daten konnten berichtigt werden. Erstmals konnte bei rund 900 Objekten, insbesondere Wohn- und Geschäftsbauten sowie Villen, die architektonische Urheberschaft geklärt werden.

In den detailliert erschlossenen Viten sowie in der Darstellung der Arbeitsweise der jeweiligen Architekt*innen sind nicht nur architekturhistorische Zusammenhänge sichtbar gemacht, sondern darüber hinaus auch relevante Fakten hinsichtlich gesellschaftspolitischer, kulturhistorischer sowie städtebaulicher Bezüge zumindest in Grundzügen erstmalig analysiert.

Sekundäre Forschungsergebnisse

Auf Grund der neuartigen Qualität des Architekt*innenlexikons war eine sukzessive Intensivierung des internationalen wissenschaftlichen Austausches und der wissenschaftlichen Kooperation (z. B. Kontakt zu Wissenschaftler*innen in den USA, Frankreich, Deutschland, der Schweiz) notwendig. Insbesondere zu Wissenschaftler*innen der ehemaligen „Kronländer“, d. h. der Länder Osteuropas, wurden Kontakte hergestellt und eine teilweise intensive Zusammenarbeit erzielt. Darüber hinaus ergaben sich auch mit Institutionen im Inland, wie etwa dem Bundesdenkmalamt, fruchtbringende Wechselbeziehungen bei der Aufarbeitung spezifischer Fragen.

Die gründliche Aufarbeitung des Materials und die übersichtliche Präsentation der einzelnen Eintragungen haben das Architekt*innenlexikon einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Einerseits wird es von facheinschlägigen Wissenschaftler*innen und Studierenden in Anspruch genommen, andererseits auch fächerübergreifend von Wissenschaftler*innen und Studierenden anderer Disziplinen – wie etwa Historiker*innen und Kulturwissenschaftler*innen – genutzt. Zudem wird es auch von Architekt*innen, Denkmalschützer*innen sowie interessierten Privatpersonen verwendet.

Zahlreiche Reaktionen aus dem In- und Ausland zeigen, dass das Lexikon mittlerweile auch international über einen hohen Bekanntheitsgrad verfügt und äußerst positiv aufgenommen wird.

Nicht zuletzt das große Interesse am Lexikon und die positive internationale Aufnahme halfen, neue Quellen, die bislang unbekannt bzw. schwer zugänglich waren, zu erschließen und die Wechselwirkung zwischen Forschung und Praxis damit qualitativ zu nutzen. So langten einerseits neue und hilfreiche Informationen von noch – weltweit verstreuten – lebenden Verwandten ein. Andererseits stellten Personen, die etwa über ein spezielles Werk eines Architekten bzw. einer Architektin forschten oder sich in fachlich anderen Zusammenhängen dafür interessierten, mehrmals wertvolle ergänzende Hinweise zur Verfügung.

Mit dem Erscheinen und der kontinuierlichen Erweiterung des Architekt*innenlexikons konnte das Kompetenzprofil des Architekturzentrum Wien als nationale sowie internationale Anlaufstelle für architekturgeschichtliche und architekturtheoretische Fragestellungen gestärkt und erweitert werden.