Ausbildungsstätten

Geschichte der Kunst­gewerbe­schule

1863
Gründung des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie (gemeinhin nur als „Österreichisches Museum“ bezeichnet) auf Initiative Rudolf von Eitelbergers.

1866–1871
Errichtung des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie am Stubenring 5, Wien 1, nach den Plänen von Heinrich Ferstel.

1867
Gründung der „k. .k. Kunstgewerbeschule des k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie“.

1868
Eröffnung der Kunstgewerbeschule in der Gewehrfabrik, Währinger Straße 11–13, Wien 9. Sie folgt im Wesentlichen dem Modell des South Kensington Museum in London.
Es erfolgt eine konsequente – räumliche und institutionelle – Trennung von künstlerischer und kunstgewerblicher Ausbildung. Architektur ist von Anbeginn an ein „Kernfach“ der Kunstgewerbeschule.

Für Studierende aller Richtungen sind drei Jahre Vorbereitungsschule (später Allgemeine Abteilung) vorgesehen, anschließend Fachklassen bzw. Werkstätten. Zusätzlich müssen Hilfsfächer absolviert werden. Wurden anfangs die Studienpläne noch recht individuell für die Zöglinge zusammengestellt, trat im Laufe der Zeit eine immer stärkere Reglementierung auf. Bei entsprechenden Vorkenntnissen konnten den Studierenden Teile der vorgeschriebenen Ausbildung erlassen werden.

Der erste Lehrkörper wird so zusammengestellt, dass er eine ausgewogene Mischung akademischer Künstler und kunstgewerblicher Praktiker zeigt. Josef Storck, Ferdinand Laufberger, Friedrich Sturm, Otto König und Michael Rieser werden auf Vorschlag des Aufsichtsrates zu Professoren der Kunstgewerbeschule ernannt; man entscheidet sich gegen ein dauerndes Direktorat; Josef Storck, Leiter der Fachschule für Architektur, wird der erste Leiter des Instituts für die Dauer von zwei Jahren.

1875–1877
Errichtung der Kunstgewerbeschule am Stubenring 3, Wien 1, nach den Plänen von Heinrich Ferstel.

1906–1908
Museums-Erweiterungsbau in der Weiskirchnerstraße 3 von Ludwig Baumann.

1919
Umbenennung in „Kunstgewerbeschule des österreichischen Museums für Kunst und Industrie“.

1921
Bezeichnung der Kunstgewerbeschule des österreichischen Museums für Kunst und Industrie als Bundeslehranstalt.

1931
Bezeichnung der Kunstgewerbeschule des österreichischen Museums für Kunst und Industrie als Bundesanstalt.

1937
Umbenennung in „Staatliche Kunstgewerbeschule Wien“.

1941
Umbenennung in „Reichshochschule für angewandte Kunst Wien“.

1945
Umbenennung in „Hochschule für angewandte Kunst Wien“.

1948
Umbenennung in „Akademie für angewandte Kunst Wien“.

1962–1965
Erweiterungsbau der Akademie für angewandte Kunst von Karl Schwanzer.

1971
Umbenennung in „Hochschule für angewandte Kunst“.

1998
Mit 1. Oktober wird die Hochschule für angewandte Kunst Wien zur „Universität für angewandte Kunst Wien“; Anpassung an das neue Organisationsrecht (KUOG).

Literatur
Rudolf Eitelberger: Oesterreichische Kunst-Institute und Kunstgewerbliche Zeitfragen (= II. Band Gesammelte Kunsthistorische Schriften von R. Eitelberger v. Edelberg), Wien 1879
Gottfried Fliedl: Kunst und Lehre am Beginn der Moderne. Die Wiener Kunstgewerbeschule 1867–1918, Salzburg und Wien 1986
Egon Loebenstein (Hg.): 100 Jahre Unterrichtsministerium 1848–1948. Festschrift des Bundesministeriums für Unterricht in Wien, Wien 1948
Elfriede Nebel: Die kunstpädagogischen Ideen, Theorien und Leistungen Rudolf von Eitelbergers. (Diss.), Wien 1980
Otto Kapfinger/Matthias Boeckl: Abgelehnt: Nicht ausgeführt. Die Bau- und Projektgeschichte der Hochschule für angewandte Kunst in Wien 1873–1993, Wien 1993
Peter Noever (Hg.): Kunst und Industrie. Die Anfänge des Museums für Angewandte Kunst in Wien (Ausst.-Kat.), Wien und Ostfildern-Ruit 2000

Autorin: Barbara Sauer