
Handschriftliche Notizen
© Architekturzentrum Wien, Sammlung, Nachlass Günther Feuerstein
Günther Feuerstein war ein bedeutender Impulsgeber für das Neue und Visionäre in der österreichischen Architektur nach 1945.
Als Assistent von Karl Schwanzer an der Technischen Hochschule (heute Technische Universität) Wien entwickelte er Lehrformate, die ganze Generationen von Architekt*innen beeinflussten. Seine „Klubseminare“ wurden zu legendären Experimentierfeldern und als Gründer und Herausgeber des Magazins Transparent (erschienen 1970–1989) beteiligte sich Feuerstein aktiv an der kritisch-gesellschaftlichen Architekturdebatte.
Das Archiv von Günther Feuerstein umfasst umfangreiches Material zu Lehre, Forschung und Publikationen sowie eine Projektdokumentation zu seinem eigenen Werk. Es bietet einen einzigartigen Einblick in das Denken und Arbeiten eines Architekten, der Theorie, Praxis und Kritik miteinander verband.
Bestand
Dia-Sammlung
Ca. 40.000 Kleinbilddias mit den Themenschwerpunkten Architektur, Städtebau und Lehrtätigkeit
Architektur-Dokumentation
Etwa 40 Bene-Ordner mit rund 3.000 Schwarz-Weiß-Fotografien (A4/A5-Formate); die Sammlung dokumentiert österreichische und internationale Architektur des 20. Jahrhunderts.
Zeitschrift Transparent
Alle 17 Jahrgänge der von Feuerstein herausgegebenen Architekturzeitschrift (1970–1989)
Vorlesungssammlung
Ca. 16 Bene-Ordner mit Unterlagen, Skripten und Begleitmaterialien zu Feuersteins Lehrveranstaltungen an der TH Wien und der Universität Innsbruck
Projektordner
Etwa 14 A3-Ordner mit Entwürfen, Skizzen und Dokumentationen zu Projekten und Lehrübungen
Biografisches
Zahlreiche Ordner mit biografischen Notizen, Korrespondenzen und Arbeitsmaterialien – ein „Work in Progress“, das Feuersteins Denken und Arbeitsweise anschaulich macht.
Biografie
- 21.10.1925 geboren in Wien
- bis 1951 Studium der Architektur an der TH Wien
- 1956 Ziviltechnikerbefugnis
- 1958–1962 Mitarbeit im Atelier von Karl Schwanzer (u. a. für den Pavillon der Weltausstellung Brüssel 1958)
- 1961–1968 Assistent bei Karl Schwanzer am Institut für Gebäudelehre und Entwerfen der TH Wien
- 1961–1968 Klubseminare an der TH Wien
- 1962–2000 eigenes Atelier für Entwurf, Planung und Forschung in Wien
- 1965–1967 Dissertation zu den „Archetypen des Bauens“
- 1968 Einladung des Künstlers Otto Muehl in eine seiner Vorlesungen führt zur Entlassung von der TH Wien
- 1970–1982 Veranstalter des außeruniversitären Gesprächsforums „O. O. – Open Office“ für Studierende, Architekt*innen und Fachleute in Wien
- 1970–1989 Herausgabe der monatlichen Zeitschrift „Transparent“
- 1973–1996 Professur für Umraumgestaltung an der Kunstuniversität Linz
- 04.12.2021 gestorben in Wien
Auszeichnungen
- 2021 Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur (posthum)
