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Care + Repair

21.06.–31.07.2017 | Ein öffentlicher Arbeitsraum des Architekturzentrum Wien am ehemaligen Nordbahnhof im Rahmen der Vienna Biennale

Cristian Stefanescu, This Place Is Pretty Good – 9 architectural approaches to Brăila Danube Riverfront, Brăila/RO, 2015
Bild: Andrea Spreafico

Wie können wir die Zukunft reparieren? Und wie können Architektur und Urbanismus dafür Sorge tragen? Sorgetragen und Reparieren sind konkrete Aktivitäten. Sie werden an konkreten Orten wirksam. Aus diesem Grund überschreitet das Architekturzentrum Wien im Rahmen der Vienna Biennale seine Ausstellungshallen im MuseumsQuartier und eröffnet mit Care + Repair einen öffentlichen Arbeitsraum am ehemaligen Nordbahnhof, einem der größten innerstädtischen Stadtentwicklungsgebiete Wiens.

Der Nordbahnhof mit seinen alten und neuen Nachbar*innen, mit seiner beeindruckenden Stadtbrache, die laut städtebaulichem Leitbild als freie Mitte großmaßstäblich fortgeschrieben werden soll, mit dem ehemaligen Wasserturm und der Koexistenz von Echsen, Kröten, Vögeln und Erholungssuchenden, ist ein exemplarisches Stück Stadt, um Care + Repair für die urbane Zukunft zu erproben. Hier werden sechs international tätige Architekturteams, a-works – Cristian Stefanescu/Bergen, GABU Heindl Architektur/Wien, Zissis Kotionis und Phoebe Giannisi/Volos, Rotor/Brüssel, Meike Schalk/Stockholm und Rosario Talevi/Berlin, Vorschläge für Care + Repair Prototypen entwickeln. Sie tun dies im Tandem mit lokalen Initiativen und Expert*innen, wie den Bewohner*innen der angrenzenden Gemeinde- und Genossenschaftsbauten, Schulen, Vereinen, Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen sowie technischen und künstlerischen Universitäten. Wie kann unterschiedlichstes urbanes Wissen zusammenfinden und wirksam werden für nachbarschaftliche Netzwerke, für neue Formate von Gemeinschaftsräumen, für die Weiterverwendung vorhandener Materialien oder das Sorgetragen für Natur in der Stadt?

Der öffentliche Arbeitsraum des Architekturzentrum Wien befindet sich in der Nordbahn-Halle beim Wasserturm, die von Care + Repair gemeinsam mit den anderen Partner*innen des mehrjährigen Forschungs- und Entwicklungsprojekts Mischung: Nordbahnhof zwischengenutzt wird. Es entsteht ein einladender Ort mit unterschiedlichen Probenutzungen für den neuen Stadtteil. Im Sommer 2017 wird Care + Repair Teil der interdisziplinären Vienna Biennale.

Care + Repair Prototypen beginnen ihre Entwicklung mit dem, was vor Ort ist, wofür es Sorge zu tragen gilt, was repariert werden kann. Dafür ist mehr als eine Wissenssorte notwendig. Eine Ausstellung in der Nordbahn-Halle zeigt Projekte der eingeladenen Teams. Dokumentationen des Arbeitsprozesses an den Care + Repair Prototypen finden laufend Eingang in diese wachsende Ausstellung. Am Beginn der Prototypen-Entwicklung steht ein internationales Symposium; während der gesamten Laufzeit lädt der öffentliche Arbeitsraum mit Begehungen, Gesprächen und Workshops dazu ein, gemeinsam Lösungsansätze für eine Reparatur der Zukunft zu erproben. Die Aktivitäten werden von studio Asynchrome (Marleen Leitner und Michael Schitnig) zeichnend begleitet und festgehalten.

Das Projekt Care + Repair weiß, dass Reparieren und Sorgetragen langfristiges Arbeiten für die Zukunft bedeutet. Deshalb setzen die Kuratorinnen Angelika Fitz und Elke Krasny beginnend mit 2017 über einen Zeitraum von drei Jahren auf neue Formen von Austausch, Zusammenarbeit und Forschung mit dem Ziel, erstmals eine zeitgenössische Care + Repair Perspektive in Architektur und Urbanismus zu entwickeln.

Kuratorinnen: Angelika Fitz, Elke Krasny

Care + Repair Architekturteam

  • a-works – Cristian Stefanescu | Bergen
  • GABU Heindl Architektur | Wien
  • Zissis Kotionis und Phoebe Giannisi | Volos
  • Rotor | Brüssel
  • Meike Schalk | Stockholm
  • Rosario Talevi | Berlin

Lokale Expert*innen und Initiativen

u.a. Zuzana Ernst/Brunnenpassage, Can Gülcü, Martin Riesing, Hansel Sato, Beatrice Stude/IG Lebenswerter Nordbahnhof & stape og planning consultancy, Integrationshaus, Akademie der bildenden Künste Wien/Institut für das künstlerische Lehramt/Fachbereich Kunst und Bildung/Elke Krasny und Siglinde Lang, Universität für angewandte Kunst Wien/Masterstudium Social Design/Brigitte Felderer, TU Wien/design.build studio/Peter Fattinger

Drawing in Residence: studio ASYNCHROME

Care + Repair Highlights 2017

21.06.–31.07.2017: öffentlicher Arbeitsraum mit wachsender Ausstellung, Touren, Diskussionen, Sprechstunden mit den Architekturteams, Workshops für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, u.v.m.

30.06.2017: Symposium

9.07.2017: Zwischenbericht zu Care + Repair Prototypen

Care + Repair ist Teil des dreijährigen Forschungsprojektes Mischung: Nordbahnhof mit folgenden Projektpartner*innen: Abteilung Wohnbau und Entwerfen und Fachbereich Soziologie der TU Wien (Lead), Architekturzentrum Wien, Erste gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Heimstätte, STUDIOVLAY, imGrätzl.at. Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen der Smart-Cities-Initiative durchgeführt.