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a_schau. Österreichische Architektur im 20. und 21. Jahrhundert

Dauerausstellung | Az W | Ausstellungshalle 1

Außenaufnahme eines Gebäudes

ARTEC Architekten, Raum Zita Kern, Raasdorf, 1997–1998
Bild: Architekturzentrum Wien, Sammlung, Margherita Spiluttini

Die Dauerausstellung des Architekturzentrum Wien bietet einen einzigartigen Blick auf 150 Jahre Architekturschaffen in Österreich. Sie gibt einen kompakten Überblick und bietet ebenso umfassende gesellschaftspolitische Einblicke. In zehn Episoden entfalten sich die relevantesten Phänomene und Strömungen und lassen dabei Platz für autonome Positionen.

Ausgehend vom Aufstieg Wiens zur imperialen Großstadt führt die Ausstellung ins Spannungsfeld zwischen sozialpolitischem Experiment, der „Eroberung“ alpiner Landschaftsräume, den Machtverstrickungen in der NS-Zeit und dem faktischen wie symbolischen Wiederaufbau nach 1945. In einer Zeit steigenden Wirtschaftswachstums ist das Jahr 1958 für die Architekturentwicklung in Österreich signifikant. Es werden einige Schlüsselbauten fertiggestellt, die einen etwas späten Aufbruch in die internationale Moderne signalisieren. Bereits kurz danach machen sich Raumfahrt, Studentenbewegung, sexuelle Revolution, der weltweite Siegeszug von Pop-Kultur, TV und Massenmedien in der Architekturproduktion bemerkbar. Die Ölkrise von 1973 setzt den utopischen Konzepten ein abruptes Ende und markiert gleichzeitig den Beginn einer Vielzahl von konstruktiven und formalen architektonischen Experimenten.

Die Projekte werden nicht als unantastbare Ikonen ausgestellt, sondern in ihren historischen und sozialen Kontexten sowie mit ihren Geschichten von Umnutzung, Neuinterpretation, Alterung oder Zerstörung. Wichtiger Bestandteil der Ausstellung sind auch ganz aktuelle Positionen quer durch Österreich, die in digitaler Form präsentiert werden.

Zeitregal

Zentrale Ereignisse der österreichischen Politik-, Technik- und Geistesgeschichte sowie Meilensteine des internationalen Architekturgeschehens bieten den kontextuellen Hintergrund für die österreichische Architekturgeschichte.

Ahnengalerie

Porträtfotos und Kurzbiografien vieler in der Ausstellung vertretener Architekt*innen bilden den Stammbaum wichtiger „Köpfe“ der österreichischen Architekturgeschichte.

Wohnen

Im Wohnbau und hier vor allem im Sozialen Wohnbau nimmt Österreich eine einzigartige Position ein, weshalb diesem Thema ein eigener Erzählstrang gewidmet ist: Die gegensätzlichen Pole von bürgerlicher Repräsentationskultur und „Existenzminimum“ werden dabei ebenso beleuchtet wie der Siedlungsbau der Zwischenkriegszeit, die proletarische Wohnkultur des Roten Wien, die Schnellbauprogramme der Nachkriegszeit sowie innovative Wohnkonzepte von heute.

Kuratorinnen: Gabriele Kaiser, Monika Platzer, Az W