Forschung

Laufende Projekte

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Sammlungsbenutzer*innen
© Architekturzentrum Wien

Hans Hollein (1934–2014)

seit 2016: Aufarbeitung des Bestandes

Architekturmodell vom Kerzengeschäft Retti

Hans Hollein, Kerzengeschäft Retti, 1010 Wien, 1964–1965, Modell
© Archiv Hans Hollein, Az W und MAK, Wien

„Hans Hollein ist seit sechzig Jahren der einflussreichste und international wichtigste Architekt aus Österreich. Kein anderer österreichischer Architekt hat wie er zur internationalen Debatte und Entwicklung der Architektur beigetragen.“ (Dietmar Steiner, ehem. Direktor Architekturzentrum Wien)

Projektteam: Mechthild Ebert, Monika Platzer, Katrin Stingl

Die Republik Österreich erwarb 2016 mit dem Archiv Hans Hollein den wichtigsten und umfangreichsten Bestand der österreichischen Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Dieser wurde durch das MAK – Museum für angewandte Kunst –übernommen und in Form einer Dauerleihgabe dem Architekturzentrum Wien übergeben. Die Übernahme begründet eine in Österreich einzigartige Sammlungs-Kooperation, das „Archiv Hans Hollein, Architekturzentrum Wien und MAK, Wien“. Zurzeit wird der 300 Paletten umfassende Bestand nach wissenschaftlichen Kriterien geordnet und erfasst.

Architekturführer Niederösterreich

seit 2018: Bearbeitung der NÖ-Karteikarten von Friedrich Achleitner und Ergänzung zu einem Architekturführer NÖ

Eine Kooperation zwischen dem Architekturzentrum Wien und der TU Wien

4 Kästchen mit vielen Karteikarten

Die typischen Karteikarten von Friedrich Achleitner für den nie fertiggestellten Niederösterreich-Band.
© Architekturzentrum Wien, Sammlung

Vor über 40 Jahren begann Friedrich Achleitner mit dem ambitionierten Projekt einer Erfassung der österreichischen Architektur im 20. Jahrhundert, die in vier Bänden erscheinen sollte. Tausende Kilometer hat er dafür zurückgelegt, tausende Fotos geschossen und seine charakteristischen kurzen Texte dazu geschrieben. Die unzähligen Besichtigungen vor Ort mündeten in die mehrbändige Publikation seines berühmten Architekturführers, nur das größte Bundesland, Niederösterreich, konnte er nicht mehr abschließen.

Auf Initiative des ehemaligen Az W-Direktors Dietmar Steiner wurde 2018 ein Forschungsprojekt mit dem Ziel der Herausgabe eines Architekturführers zu Niederösterreich gestartet. Die Buchpublikation wird in Anlehnung an die bereits bestehenden Bände gestaltet, diese jedoch nicht kopieren, da weder Achleitners Arbeitsweise mit einer dreifachen Befahrung der Objekte noch sein Schreibstil imitiert werden sollen.

Von Jänner bis September 2019 konnten in intensiver Zusammenarbeit zwischen Studierenden der TU-Wien, Dietmar Steiner und Margarete Cufer die 3.758 handschriftlichen Karteikarteneinträge von Friedrich Achleitner, Dietmar Steiner, Margarethe Cufer und Margarethe Heuberger-Sentobe vollständig digital erfasst und in die Archivdatenbank des Az W übertragen werden. Auch die 875 Film-Negativstreifen mit 5250 schwarz-weiß Einzelbildern der von Achleitner dokumentierten Objekte sind nun digitalisiert, identifiziert und den Karteikarten zugeordnet.

Gleichzeitig wurde die Datenbank mit 764 Objekte aus den Architekturlandschaft-Führern des ORTE Architekturnetzwerk NÖ und aus dem Führer St. Pölten Neu von Otto Kapfinger ergänzt. Die nächsten Schritte sind bereits im Laufen: Erste Kurzfilme über wesentliche Planungsbeteiligte wie Franz Fehringer und Norbert Steiner sind in Produktion.

Projektverantwortliche Az W: Ingrid Holzschuh, Monika Platzer

Das Projekt wird unterstützt von: FORUM MORGEN.

Reframing Nachkriegsarchitektur in Österreich – BRD – Schweiz 1945–1968
seit 2019: Forschung

Frau steht in dunklem Raum vor einer großen Leinwand mit Bildern

Monika Platzer eröffnet das Symposium „Cold War. Architektur, Politik, Kultur. Deutschland – Österreich – Schweiz nach 1945“, das von 24.01.–25.01.2019 im Az W stattfand
© Architekturzentrum Wien

3 Personen in dunklem Raum vor großer Leinwand mit Titel "Kalter Krieg und Architektur"

Podiumsdiskussion im Rahmen des Symposiums mit Stefan Benedik, Bernd M. Scherer und Angelika Fitz
© Architekturzentrum Wien

Zwei Männer und eine Frau mit roter Bluse sitzen vor großer Leinwand

Podiumsdiskussion im Rahmen des Symposiums mit Günter Bischof, Maria Fritsche und Wolfgang Petritsch
© Architekturzentrum Wien

Ziel des länderübergreifenden Forschungsprojekts ist es, die nationalgeschichtlichen architekturhistorischen Narrative der drei Länder im Hinblick auf globalgeschichtliche Fragestellungen zur Architektur der Nachkriegszeit interdisziplinär neu zu kontextualisieren.

In Österreich und Deutschland wird der Architektur der Nachkriegsjahre vielerorts skeptisch begegnet. Diese ablehnende Haltung gründet nicht nur in der politisch-moralisch belasteten Zeit des Wiederaufbaus, sondern auch in der als technizistische Massenware missverstandenen Moderne. Zur Schweiz bestand durch die geografische Nähe, durch die Sprache, durch den Aufenthalt von österreichischen und deutschen Widerstandsgruppen während der Kriegsjahre und den langjährigen Verbindungen mit internationalen Interessengruppen wie dem Werkbund und der CIAM ein enges Verhältnis, an welches auch nach 1945 unmittelbar angeknüpft werden konnte. Die Schweizer Kolleg*innen sowie ihre Fachpublikationen fungierten als Tor zur Welt für die beiden angrenzenden Länder. Gleichzeitig verband die drei Länder in der Nachkriegsordnung die Suche nach einer neuen kulturellen/politischen Identität, welche unter der Lenkung der Alliierten zu einer nationalen Neuorientierung führte. Die „Täternation“ Deutschland strebte nach einem radikalen Bruch mit der NS-Vergangenheit, Österreichs „Opferstatus“ sollte die politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen abmildern und die „neutrale“ Schweiz bemühte sich aus ihrer isolierten Lage zu kommen.

Projektpartner:
Architekturzentrum Wien (Az W), Monika Platzer
Südwestdeutsches Archiv für Architektur und Ingenieurbau (saai), Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Georg Vrachliotis
Institut für Geschichte und Theorie der Architektur (gta), ETH Zürich, Bruno Maurer
Lehrstuhl für Architekturgeschichte und kuratorische Praxis, Architekturmuseum der TU München, Regine Heß

Von 24. bis 26.1.2020 fand im Az W unter dem Titel „Cold Transfer. Architektur, Politik, Kultur. Deutschland – Österreich – Schweiz nach 1945“ ein internationales Symposium statt, das die bauliche Praxis und ihre gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen der drei Länder in vergleichender Perspektive betrachtete. Das Symposium war eine Kooperation des Az W mit der Marshallplan-Jubiläumsstiftung.

 

Abgeschlossene Projekte

Diplomarbeiten, Masterarbeiten, Dissertationen, Studien