Engagement

Architecture Lounge Reisen

Architecture Lounge Reise Mailand & Turin 2017
Bild: Architekturzentrum Wien

Einmalige Zugänge zum Planungs- und Baugeschehen der jeweiligen Stadt bzw. Region bietet die jährlich für die Mitglieder der Architecture Lounge organisierte exklusive Architekturreise.

So werden nicht nur Besichtigungen von Stadtentwicklungsprojekten, sondern auch zahlreiche Vorträge von kompetenten lokalen Fachleuten, Bauträgern, Architekt*innen oder Behördenvertreter*innen geboten. Neben architektonischen Neuheiten stehen spannende Geheimtipps auf dem Programm.

Personengruppe vor Gebäude
Architecture Lounge Reise Madrid
Bild: Architekturzentrum Wien
Gruppenfoto
Architecture Lounge Reise Mailand & Turin 2017
Bild: Architekturzentrum Wien
Personengruppe vor Gebäude
Architecture Lounge Reise Kopenhagen
Bild: Architekturzentrum Wien
Personengruppe vor Gebäude
Architecture Lounge Reise Helsinki
Bild: Architekturzentrum Wien
Personengruppe vor Gebäude
Architecture Lounge Reise Vorarlberg
Bild: Architekturzentrum Wien
Personengruppe vor Gebäude
Architecture Lounge Reise Basel
Bild: Architekturzentrum Wien
Personen auf Treppe sitzend
Architecture Lounge Reise Madrid
Bild: Architekturzentrum Wien

Mailand & Turin 2017

Mailand, die größte Stadt Norditaliens, wurde ab den 1930er Jahren zur wichtigen Bühne für die nationale und internationale Architekturentwicklung. Die 1950er bis 1970er Jahre waren von einer ausgeprägten lokalen Moderne, dem sogenannten „Mailänder Stil“ geprägt. Ende des 20. Jahrhunderts begann auch in Mailand der Umwandlungsprozess ehemaliger Industriebrachen zu neuen, pulsierenden Stadtentwicklungsgebieten, die am Programm unserer Architecture Lounge Reise standen, wie Porta Nuova mit dem viel publizierten Bosco Verticale von Stefano Boeri, der weniger bekannte Portello District oder auch die neue Mode- und Kulturmeile im Tortona District mit der Fondazione Prada von Rem Koolhaas. Auch eine Zeitreise zur Mailänder Moderne stand auf dem Programm, darunter ikonische Bauten wie das Pirelli Hochhaus, Corso Italia oder der Torre Velasca sowie Wohnbauten von Giuseppe Terragni und des hierzulande noch viel zu wenig bekannten Luigi Caccia Dominioni.

Besonders beeindruckend in Turin waren die Projekte von Pier Luigi Nervi, der als Grenzgängers zwischen Architektur und Ingenieurwesen gilt. Neben dem Torino Esposizioni Komplex erhielten wir exklusiv Zugang zum Palazzo del Lavoro. Durch seine Fähigkeit, sinnliche und poetische Räume aus der Logik der Konstruktion zu entwickeln und durch seine intensive Auseinandersetzung mit dem Material Beton ist Nervis Arbeit bis heute beispielgebend. Kein Besuch in Turin ohne den Spuren von Fiat zu folgen, ob auf dem legendäre Lingotto oder dem Parco Dora, wo eine Industrieruine zum Skaterparadies wird. Die größte aktuelle städtische Transformation wurde im Zuge der olympischen Spiele 2006 gestartet: Entlang der sogenannten „Spina“ reihen sich der hypermoderne Bahnhof und mehrere aktuelle Transformationsareale.

Madrid 2016

Architektur und Baukultur liegen in der DNA dieser erst rund 500 Jahre alten Stadt. Während jeder Epoche seit Gründung der Hauptstadt durch Philip II. im Jahr 1561 gab es markante „Interventionen“ in die urbane Struktur der Stadt: Plaza Mayor, Plaza Santa An, Paseo del Prado und Granvía mit ihren mächtigen historischen Bauten zeugen davon. Auf diesem reichhaltigen Fundament fußt die heutige Architektur. Am Programm standen u.a. der Ensanche von Madrid, Madrids Nord-Erweiterung, San Chinarro als Beispiel der neuesten Stadterweiterungen und natürlich der Parque Madrid Río, eines der anspruchsvollsten Begrünungsprojekte in Europa.

London 2015

London ist derzeit die wohl spannendste Architekturmetropole weltweit. Neue Stadtteile und Wolkenkratzer wachsen in den Himmel, reiche kulturelle Vergangenheit trifft auf eine lebhafte, moderne Gegenwart – eine Stadt der Kontraste.

Eine erste Überblickseinführung zu London erhielten wir an der LSE, London School of Economics and Political Science, von Ricky Burdett, Professor of Urban Studies. Darüber hinaus gaben uns folgenden Architekturbüros Einblick in ihre Arbeits- und Architekturwelt: Allies and Morrison, Sergison Bates sowie Foster + Partners. Besichtigt wurden Projekte wie u.a.: Saw Swee Hock Student Centre vom Irischen Architekturbüro O’Donnell + Tuomey, Bridport House von Karakusevic Carson Architects, Tate Britain von Caruso St John Architects, Southwark und die City of London, das Barbican Centre von Chamberlin, Powell + Bon, aber auch die Docklands, Canary Wharf und der Olympiapark. Kompetent durch London geführt wurden die Mitglieder der Architecture Lounge von Kenneth Allinson, Architectural Dialogue, mit Insidertipps von Victor Callister von der City of London, Departement of the Built Environment.

Vorarlberg & Zürich 2014

„Die bessere Schweiz“, so beschreibt Christian Seiler den Bregenzerwald. „Glückliche Einwohner, blühendes Handwerk und erstklassige Architektur“. Nicht nur deshalb, aber auch weil Dietmar Steiner mitverantwortlich war, dass sieben Architekten von Weltrang sieben Busstationen in Krumbach entworfen haben und damit ein ungeahntes, weltweites mediales Interesse für diese Region hervorgerufen haben, führte die Architecture Lounge Reise in diese Region. Neben den Wartehüsle standen der mit vielen Preisen ausgezeichnete Islamische Friedhof von Bernardo Bader, das 2012 fertiggestellte vorarlberg museum von Cukrowicz Nachbaur Architekten oder auch der Life Cycle Tower von Hermann Kaufmann am Programm. Dietmar Eberle führte persönlich durch sein Bürohaus 2226 und Markus Faißt lehrte uns in seiner Holzwerkstatt den Werkstoff Holz zu verehren. Die Rückreise wurde genutzt, um u.a. das Wohnprojekt „Mehr als Wohnen“ in Zürich Nord zu besichtigen. Ein Projekt, das anlässlich von 100 Jahre städtische Wohnbaupolitik von der Stadt Zürich und den Zürcher Wohnbaugenossenschaften initiiert wurde.

Helsinki & Tallinn 2013

Die Bauten von Alvar Aalto waren ständige Begleiter auf der Reise nach Helsinki: Enso-Gutzeit Building, Otaniemi Campus, Paimio Sanatorium oder auch Aalto House und Studio. Es sind aber im Speziellen die neuen Stadtentwicklungsgebiete wie Jätkäsaari und Kalasatama nahe der City sowie Vuosaari und Viikki im Osten, die die Stadt mit neuem urbanen Flair zu einer Metropole anwachsen lassen. Chief architect Mikko Aho von der Stadtplanung in Helsinki erläuterte anschaulich diesen Wachstumsprozess sowie das Projekt Wood City am Westhafen Helsinkis. Ein Tages-Abstecher nach Tallinn brachte das Erbe der Sowjetmoderne näher: Linnahall Cultural Center, Culture Factory, Olympic Sailing Centre in Pirita, Flower Pavilion, Song Festival Stage sowie die Trabantenstädte Mustamäe und Väike-Õismäe.

Kopenhagen 2012

Die neuen Stadtentwicklungsprojekte Kopenhagens – Ørestad, Nord- und Südhafen – sowie in Malmö der Westhafen standen anlässlich der Architecture Lounge Reise 2012 am Programm. Besuche in den Architekturbüros von Henning Larsen Architects und BIG Architects sowie der Vortrag der Stadtarchitektin Tina Saaby verdeutlichten die aktuellen Tendenzen in der pulsierenden Stadt Kopenhagen. Ein Spaziergang in den Kopenhagener Innenstadtbezirken mit Besichtigung einiger Bauwerke von Schlüsselfiguren der dänischen Frühmoderne gestattete es, neuerer Architektur mit einem Blick zu begegnen, dem gewisse Grundanliegen der dänischen Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts zu eigen sind: formale Reduktion, Bezugnahme auf handwerkliche Traditionen, Sensibilität für Material und Licht oder auch Architektur als Player im skandinavischen Wohlfahrtsstaatsmodell. Höhepunkt der Landpartie nach Nordseeland waren die Bauten von Jørn Utzon und natürlich Arne Jacobsen.

Basel 2011

Im Jahr 2011 führte die Architecture Lounge Reise nach Basel, wo ein dichtes Programm die aktuellen Stadtentwicklungsprojekte von ProVolta bis zur Hafenentwicklung im Norden Basels veranschaulichte. Jacques Herzog nahm sich in seiner sehr persönlichen Präsentation der neuesten Projekte von Herzog & de Meuron viel Zeit für die Gruppe, sehr eindrücklich vermittelte Architekt und Stadtplaner Vittorio Magnago Lampugnani im gemeinsamen Rundgang durch den Novartis Campus diese Arbeitswelt im Großen. Bei herrlichem Wetter führte eine Landpartie über La Cité Manifeste à Mulhouse, u. a. von Anne Lacaton & Jean Philippe Vassal zu einem der Hauptwerke Le Corbusiers, der Chapelle Notre Dame du Haut in Ronchamp.

Moskau 2010

Moskau erlebt derzeit eine einzigartige Bauentwicklung: Wachstum in die Breite, kaum Wolkenkratzer, riesige Satellitenvorstädte an der Peripherie, der Verkehr explodiert und der Luxuswohnbau boomt. Der Moskau-Experte Sergey Nikitin veranschaulichte sehr facettenreich die Vielfalt und Kontraste Moskaus: MARYINO, der am dichtest bevölkerte Distrikt Moskaus mit sozialem Wohnbau à la Sowjetunion, SOKOL, die Gartenstadt der 20er Jahre, Moskaus Konstruktivismus u.a. von Melnikov, Ginzburg oder Le Corbusier wurden ebenso besichtigt wie das Stadtviertel OSTOZHENKA, wo bereits alle zeitgenössischen russischen Architekt*innen Projekte realisiert haben und sich das teuerste Wohnhaus Moskaus von den Architekt*innen Project Meganom befindet. Persönliche Bauerfahrungen schilderten die besuchten Architekturbüros wie Project Meganom und Mossine & Partners. Moskaus Musts wie der Kreml, die Tretjakow Galerie oder das Contemporary Art Center Winzavod rundeten das Architekturprogramm ab.

Peking 2009

Aufgrund der langen Geschichte beherbergt Peking ein sehr bedeutendes Kulturerbe. Durch die moderne Stadtplanungspolitik der letzten Jahrzehnte fand ein extremer Wandel und Verdrängungsprozess statt, welcher auch soziale Folgen für die Gesamtbevölkerung mit sich zog. Nachdenklich stimmten daher die Besichtigungen der beeindruckenden neuen Bauprojekte, wie dem Olympischen Dorf von Herzog & de Meuron, dem China Central Television Headquarter von Rem Kohlhaas oder auch die Wohnprojekte von Baumschlager & Eberle und Steven Holl des Bauträgers Modern Group u.a., werden doch gerade die traditionellen Wohngebiete (Hutongs) durch den Bauboom oft zerstört. Highlights der Reise waren darüber hinaus das begehbare 1:75-Stadtmodell von Peking, die Mustervillen „commune by the great wall“, das Caochangdi Village von Ai Weiwei, der Besuch im Headquarter des Immobilienentwicklers SOHO China sowie die Einladung ins Studio von Pei Zhu.

Istanbul 2008

Als Folge einer starken Binnenwanderung wuchs Istanbul seit den 1970er Jahren zu einer Metropole mit beinahe 17 Millionen Einwohner*innen. Trotz einer Reihe von Masterplänen zur Kontrolle der Stadtentwicklung wächst diese Stadt sehr spontan, provisorisch und informell. Der Umbau folgt dem Muster europäischer Städte mit den typischen Tendenzen zunehmender sozialer Polarisierung und räumlicher Segregation. Der Sozial- und Wirtschaftshistoriker Orhan Esen vermittelte sehr anschaulich die historische Entwicklung dieser Boomtown, von Yesilköy über das Dolapdere-Tal und Kagithane-Tal bis in den Norden nach Göktürk.

Manchester & Liverpool 2007

Die mit dem Wandel der Industrie- zur Dienstleistungs- und Kulturmetropole einhergehenden neuen Stadtentwicklungsprojekte von Manchester und Liverpool standen im Fokus der Architecture Lounge Reise 2007. Der Bogen spannte sich vom Piccadilly Basin über New Islington bis zu den innovativen Wohnbau-Projekten vom britischen Developer Urban Splash. Highlights der Reise waren u.a. das Civil Justice Centre von Denton Corker Marshall und Connell Mott MacDonald oder auch der Abendcocktail im Beetham-Tower von Ian Simpson, dem neuen Wahrzeichen Manchesters.

Chicago 2006

Chicago gilt als Geburtsort der Wolkenkratzer, mit den Meisterwerken Ludwig Mies van der Rohes oder dem Lake Point Tower bietet die Innenstadt von Chicago eine Ansammlung moderner Architektur und ist daher ein Muss für eine Architekturreise.

Die persönliche Einladung von Donald Powell von Powell/Kleinschmidt in seine Wohnung im Lake Shore Drive Apartment High-Rise Building von Mies van der Rohe, der Besuch im Büro von SOM (Skidmore, Owings & Merrill LLP), das Illinois Institute of Technology oder auch das Hyatt Center und der dortige persönliche Rundgang mit Martha Thorne, der Geschäftsführerin des Pritzker Preises waren u. a. die Attraktionen dieser Architecture Lounge Reise. Bei strahlendem „Indian Summer“ Wetter wurden Chicagos Bauten entlang des Chicago Rivers mit dem Architecture River Cruise Boot erkundet und in Oak Park auf Frank Lloyd Wrights Spuren gewandelt.

Barcelona 2005

Konsequent verfolgt Barcelona seit seiner Verjüngung durch die Olympischen Spiele 1992 das Konzept, durch gezielte infrastrukturelle Eingriffe im Rahmen von Großveranstaltungen Initialzündungen zu erzeugen, die die Qualität der Stadt prägen. Mit dem Forum der Kulturen 2004 wurde z.B. ein bis dahin vernachlässigtes Industriegebiet am östlichen Rand Barcelonas zu einem modernen Wohngebiet mit kompletter Infrastruktur entwickelt. Highlights der Reise waren neben dem Forum von Herzog & de Meuron die Erstbesichtigung des noch im Bau befindlichen Sport Complex of Ribera Serrallo de Cornella de Llobregat von Alvaro Siza, das Projekt zur Erweiterung der Messe von Toyo Ito, der Torre Agbar von Jean Nouvel oder auch das private Wohnhaus von Benedetta Tagliabue und der abendliche Champagner-Empfang im Mies van der Rohe Pavillon.