Exkursion
Temporäre Räume, bleibende Eindrücke
Von der Kunsthalle bis zum Fluc

Adolf Krischanitz, Oskar Putz: Kunsthalle Karlsplatz, 1992
© Architekturzentrum Wien, Sammlung, Foto:
Margherita Spiluttini, 1992
Die Geschichte so mancher Wiener Kulturinstitution begann mit einem Provisorium. Aus einem konkreten Bedarf heraus entstanden, waren einige dieser temporären Lösungen in Bauweise, Gestaltung und Nutzungsformen so zweckmäßig, dass sie sich dauerhaft bewährten.
Die erste Kunsthalle Wien am Karlsplatz, ein gelber Container von Adolf Krischanitz, war ein temporärer Ausstellungspavillon für zeitgenössische Kunst. Sie entwickelte sich zu einem prägenden kulturellen Ort, an dem heute der Glaspavillon des „Project Space“ steht. Das Fluc (heute FLUCC) entstand als kulturelle Nutzung eines urbanen Zwischenraums: Mit dem Neubau des Bahnhofs am Praterstern wurde eine aufgelassene Fußgänger*innenunterführung uminterpretiert und durch eine modulare Containerstruktur, ein lebendes Architekturmodell, über den Aufgängen ergänzt. Die Notkirche am Gaußplatz wurde als funktionaleÜbergangslösung für eine Pfarrgemeinde errichtet. Heute dient sie auch als Veranstaltungsort für Konzerte und Nachbarschaftsfeste. Allen drei Bauwerken ist gemein, dass sie die lokale Kulturszene und ihr städtisches Umfeld nachhaltig verändert haben.
Mit:
Ulrich Huhs, Architekt
Amar Priganica, Kulturforscher
Klaus Stattmann, Architekt
Martin Wagner, FLUCC
Moderation: Suzanne Kříženecký, Az W
