Architekturzentrum Wien  
 

 
 
Achleitner Archiv

Das Achleitner-Archiv ist das bedeutendste Archiv der österreichischen Architektur des 20. Jahrhunderts. Es wurde 1999 von der Stadt Wien angekauft und dem Architekturzentrum Wien zur öffentlichen Aufbereitung und wissenschaftlichen Weiterbearbeitung übergeben.

Resultierend aus der spezifischen Herangehensweise und Arbeitsmethode von Friedrich Achleitner ist das „Achleitner Archiv" im wesentlichen topographisch aufgebaut und geordnet. Am Ende der Recherchen und ausgedehnten Forschungstätigkeiten steht als konzentriertes Ergebnis die Publikation der Architekturführer. Das gesammelte Material dazu findet sich im Archiv – zumeist keine Originale, sondern Kopien von sowohl Primär- als auch Sekundärquellen. Die Anordnung und somit auch Suchmethodik innerhalb der Karteien ist objektbezogen, d.h. Österreich wird nach Bundesländern, Städten und Orten, Funktionen, Adressen (Straßen etc.) unterteilt. Die zugeordneten Materialsammlungen setzen zum Großteil in den 1960er Jahren ein und werden bis dato fortgesetzt. Darüber hinaus gibt es alphabetisch geordnete Architektenkarteien mit biographischen Angaben in unterschiedlicher Dichte, je nach Forschungsstand.

Bestand
22.340 Karteikarten Objekte
2.690 Architektenkarteikarten
66.500 Foto-Negative
37.800 Dia-Positive
13.800 Foto-Abzüge
570 Plandarstellungen
250 Begehungspläne
1.030 Bücher, Broschüren, Kataloge, Zeitschriften
(z.T. kompl. Jahrgänge: Profil, Der Bau, Der Aufbau, Perspektiven, Bauforum u.a.)
Materialschachteln (topographisch geordnet)


Biografie Friedrich Achleitner
geboren am 23.05.1930 in Schalchen, Oberösterreich

1950–1953 Studium der Architektur und Diplom an der Meisterschule Clemens Holzmeister an der Akademie der bildenden Künste in Wien

1953–1955 Meisterschule Emil Pirchan, Bühnenbild

1953–1958 Freischaffender Architekt, Zusammenarbeit mit Johann Georg Gsteu

1958 beendet Achleitner seine Tätigkeit als Architekt und wird freier Schriftsteller. Als Mitglied der legendären "wiener gruppe" (Konrad Bayer, Gerhard Rühm, Oswald Wiener) schreibt er Dialektgedichte und konkrete Poesie und wirkt an Aufführungen des "literarischen cabarets" mit.

1961 Architekturkritiker der "Abendzeitung"

1962–1972 Architekturkritiker der Tageszeitung "Die Presse"

1963–1983 Lehrauftrag für "Geschichte der Baukonstruktion" an der Akademie der bildenden Künste

1983–1998 Vorstand der Lehrkanzel für "Geschichte und Theorie der Architektur" an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien

1998 Emeritierung

1965–2010 Friedrich Achleitner schreibt die "Führer zur Österr. Architektur im 20. Jahrhundert".

bis dato lebt und arbeitet als freischaffender Schriftsteller in Wien

Auszeichnungen
1957: Theodor-Körner-Preis
1983: Camillo-Sitte-Preis
1984: Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik
1990: Preis der Stadt Wien für Publizistik
1995: Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Architektur
1995: Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold
1999: Preis des Architekturmuseums Basel
2002: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien
2004: Mauriz-Balzarek-Preis
2006: Montfortorden in Gold
2007: Preis der Stadt Wien für Literatur
2008: Schelling-Preis für Architekturtheorie
2008: Heinrich-Gleißner-Preis
2011: Paul-Watzlawick-Ehrenring
2014: Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse

Werke
Architekturführer:
Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Ein Führer in drei [ab Band III/1: vier] Bänden, Hrsg.
Museum moderner Kunst Wien bzw. Architekturzentrum Wien (Band III/3), Residenz Verlag Salzburg
Band I: Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg; 1980; ISBN 3-7017-0248-9
Band II. Kärnten, Steiermark, Burgenland; 1983; ISBN 3-7017-0322-1
Band III/1: Wien, 1.-12. Bezirk; 1990; ISBN 3-7017-0635-2
Band III/2: Wien, 13.-18. Bezirk; 1995; ISBN 3-7017-0704-9
Band III/3: Wien, 19.-23. Bezirk; 201 0; ISBN 978-3-7017-3209-8

Architektonisch-literarische Werke (Auswahl):
1959 hosn rosn baa, Dialektgedichte mit H.C.Artmann und Gerhard Rühm, Wien
1960 schwer schwarz, konkrete poesie, eugen gomringer press, Frauenfeld
1967 die wiener gruppe, Hrsg. Gerhard Rühm, mit H.C.Artmann, Konrad Bayer, Gerhard Rühm,
Oswald Wiener, Hamburg
1968 Lois Welzenbacher, Monographie, mit Ottokar Uhl, Salzburg
1970 prosa, konstellationen, montagen, dialektgedichte, studien, Hamburg
1973 quadratroman, Darmstadt
1975 WOHNEN ETCETERA, München
1977 Die WARE Landschaft, (Hrsg.), Salzburg
1980 friedrich achleitner + gerhard rühm. super rekord 50+50, Linz
1986 Nieder mit Fischer von Erlach, (Architekturkritik), Salzburg
1987 Aufforderung zum Vertrauen, (Architekturkritik), Salzburg
1991 KAAS (Dialektgedichte), Salzburg
1994 Die rückwärtsgewandte Utopie: Motor des Fortschritts in der Wiener Architektur, Wien
1995 Die Plotteggs kommen, Wien
1996 Wiener Architektur, Wien
1997 Region, ein Konstrukt? Regionalismus, eine Pleite?, Basel
2003 einschlafgeschichten, Wien
2004 wiener Iinien, (Prosasammlung )Wien
2006 und oder oder und, Wien
2007 quadratroman
2009 der springende punkt
2011 iwahaubbd. Dialektgedichte
2013 Den Toten eine Blume. Die Denkmäler von Bogdan Bogdanović


© Pez Hejduk 

Sammlung
Achleitner Archiv
Sammlung von Einzelprojekten
Vor- und Nachlässe
Margherita Spiluttini Fotoarchiv
Team

Termine:
Friedrich Achleitners Blick auf Österreichs Architektur nach 1945


Information:
Architekturzentrum Wien, Sammlung
E-Mail: sammlung@azw.at

 
 
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